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04.09.2017 16:17 Alter: 3 yrs
Kategorie: Aktuelles

Nach dem BFD ist vor dem Studium


Ein Jahr mit Höhen und Tiefen geht zu Ende

Im Zuge der G8-Reform für die Gymnasien in Deutschland wurden die Abiturjahrgänge in letzten Jahren verjüngt. Dementsprechend war die Allgemeine Hochschulreife bereits nach 12 und nicht nach 13 Jahren erreicht. Jüngere Abiturient(en)/-innen entscheiden sich nach deren Abschluss nicht immer direkt für ein Studium oder eine Ausbildung, sondern für ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) im Sport. Im Frühjahr 2016 haben sich Dominik Kürpick und Fabian Eßmann für die BFD-Variante entschieden.

Der Bundesfreiwilligendienst beim KreisSportBund Paderborn e.V. (KSB) fing für beide Anfang September 2016 an. Der Schwerpunkt dieses Dienstes war der Bereich „Sport für Flüchtlinge“, welchen wenige Einsatzstellen in NRW vertreten. Dominik arbeitet dabei in einem Kooperationsprojekt von Stadt und KreisSportBund und war eher im Stadtgebiet zuständig, während Fabian direkt für den KSB Paderborn und damit für das Kreisgebiet tätig war. Trotzdem fand stetig nicht nur ein Austausch sondern auch eine Zusammenarbeit zwischen beiden statt. Sämtliche Projekte wurden miteinander realisiert und umgesetzt. Darunter zählten unter anderem die zahlreichen Sportangebote für Geflüchtete in und um Paderborn. Im Herbst 2016 konnten sie in der Kreissporthalle am Rolandsweg und am Kunstrasenplatz des TuRa Elsen mehrere jugendliche und erwachsene Geflüchtete zum Sport animieren. Über die Animation zum Sport hinaus trugen beide dazu bei, dass zahlreiche Flüchtlinge den integrativen Weg in die Sportvereine gefunden haben. Falls ein passender Verein gefunden wurde, wurde der Kontakt zwischen Geflüchteten und Vereinen durch die BFDler hergestellt. Trainingszeiten wurden abgeklärt und dem Besuch einer oder mehrerer Einheiten stand nichts mehr im Wege.

Ein weiterer Bestandteil des BFDs waren die Gruppenhelferausbildungen, eine Vorstufenqualifizierung des Übungsleiterscheins, der internationalen Klassen für das Ludwig-Erhard-Berufskollegs in Büren im Herbst 2016 bis Anfang 2017 sowie für das Berufskolleg Schloß Neuhaus im Frühjahr 2017. Vor allem bei Ausbildung in Schloß Neuhaus stand Fabian dem Referenten zur Seite. Er organisierte und plante, wie auch beim LEBK in Büren, Hospitationen der geflüchteten Jugendlichen in naheliegenden Sportvereinen. An den Hospitationsterminen begleitete er sie zum Verein und diente stets als Vermittler zwischen dem Verein und den Jugendlichen. Mithilfe der GH-Ausbildung und der Hospitation sollte eine reibungslose Integration der Jugendlichen in ortsansässige Sportvereine gewährleistet werden.

Durch die Kooperation mit der städtischen Koordinierungsstelle konnte der Kontakt zu Geflüchteten innerhalb des Stadtgebietes hergestellt und gut ausgebaut werden. Dominik stellte innerhalb der Stadt Paderborn die Sportangebote für Geflüchtete vor und übernahm die Betreuung der Geflüchteten bei zahlreichen Angeboten. Des Weiteren setzte er sich für einen reibungslosen Ablauf des wöchentlichen Eltern-Kind-Cafés im Multi-Cult Paderborn ein. Dort können immer dienstags geflüchteten Eltern mit ihren Kindern ein Frühstück in geselliger Runde genießen während die Kinder und Jugendlichen bei kleinen Spielen betreut wurden.

Im Zuge ihres BFDs initiierten Dominik und Fabian ein eigenes Projekt in Kooperation mit der Landesgartenschau in Bad Lippspringe. Vom 19.-25. Juni 2017 waren beide auf der LGS tätig, indem sie eine Sportwoche für Geflüchtete und Interessierte anboten. Diese Woche umfasste täglich ein anderes Sportangebot, in enger Zusammenarbeit mit den Sportvereinen, von Baseball über Lacrosse bis hin zu Ultimate Frisbee und vielen mehr. Bei hervorragendem Wetter konnten sie mehrere Geflüchtete und Besucher/-innen der LGS bei ihren Angeboten begrüßen.

Am 31. August 2017 endet der Bundesfreiwilligendienst für beide mit einer „persönlichen Entwicklung“ (Kürpick) und einer Zeit „voller Erfahrungen und neuen Einblicken“ (Eßmann). „Für mich war das eine komplett neue Welt. Ich hatte vorher kaum Kontakt zu Menschen mit Fluchtgeschichte tun“, führte Dominik aus. Fabian bestätigt ihn dabei, „da ich mir durch das Jahr mehr Verständnis für Flüchtlinge angeeignet habe und vielerlei Dinge des BFDs auch im Studium anwenden kann.“ Nach dem BFD ist vor dem Studium, da sowohl Dominik als auch Fabian im kommenden Wintersemester ihr Studium beginnen werden. Die Erfahrungen und Eindrücke des BFDs werden sie mitnehmen und vielleicht sogar dem ein oder anderen Studenten einen Schritt voraus sein. Beide empfehlen das BFD für diejenigen weiter, welche sich bei der Studiums- und/oder Ausbildungsentscheidung schwer tun oder einen Punkt zur Orientieren brauchen, wohin der berufliche Werdegang gehen soll.

Der KSB Paderborn fungiert nicht nur als Einsatzstelle im Freiwilligendienst im Sport und beschäftigt BFDler/innen, sondern ist auch Koordinierungsstelle der Sportjugend NRW für das Freiwillige Soziale Jahr im Sport in Paderborn. Informationen rund um den Freiwilligendienst im Sport im Kreis Paderborn gibt es unter www.ksb-paderborn.de oder info@ksb-paderborn.de