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Herz-Kreislauf-Krankheiten sind die Todesursache Nummer eins in Deutschland. Dabei ist Bewegungsmangel einer der wichtigen Risikofaktoren für eine Erkrankung. Unsere Sportvereine bieten Angebote zur Prävention und Rehabilitation. Das lohnt sich für die Teilnehmer, aber auch für die Vereine und Übungsleiter.
Es gilt als Sitz der Liebe und Gefühle: das Herz. Biologisch gesehen ist es ein Muskel - mit den Eigenschaften einer Hochleistungspumpe. 60 bis 90 Mal schlägt es in der Minute. Das macht in einem Menschenleben etwa drei Milliarden Schläge. Damit das Herz-Kreislauf-System in Schwung bleibt, lohnt es sich, etwas dafür zu tun!
Vor allem Ausdauersportarten...
Gegenwärtig sterben laut Statistischem Bundesamt jährlich ca. 394.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall - auch jüngere Menschen. Zwar verläuft nicht jede Erkrankung tödlich. Aber alle Betroffenen haben mit weitreichenden Folgen zu kämpfen. Mehr als ein Drittel der Patienten bleibt dauerhaft beeinträchtigt oder pflegebedürftig.
Da macht es Sinn, rechtzeitig vorzubeugen oder - wenn es bereits zu einer Erkrankung gekommen ist - sinnvollen Reha-Sport zu betreiben. Mit gesundheitsorientierten Angeboten können unsere Vereine dabei helfen. Das nützt auch den Vereinen. Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft bleibt gesundheitsorientierter Sport für sie eine klare Zukunftschance.
Krankheit mit Folgen
Zu den typischen Herz-Kreislauf-Krankheiten gehören vor allem die Herzkranzgefäßerkrankungen. Herzkranzgefäße sind jene Arterien, die das Herz mit Blut versorgen. Der Kardiologe Dr. Jürgen Mönnich, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitationssport, erklärt: "Werden diese aus irgendwelchen Gründen zu eng, so kann das Herzmuskelgewebe, das von dieser Zufuhr abhängig ist, geschwächt werden oder gar nicht mehr arbeiten." Es kann zum Herzinfarkt kommen (mit möglicher Todesfolge) oder zur Herzmuskelschwäche, der Herzinsuffizienz. Die Verengungen entstehen in der Regel durch Ablagerungen in den Arterien und sind bekannt als Arterienverkalkung, der Arteriosklerose.
Eine weitere Folge der Arteriosklerose ist der Schlaganfall. "Er tritt meist später ein im Leben als der Herzinfarkt", so Dr. Mönnich, "mit dem Endeffekt, dass sich an irgendeiner Stelle im Gehirn eine Arterie verschließt und das davon abhängige Gehirngewebe zugrunde gehen kann."
Zu den Ursachen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen. Ein weiterer Risikofaktor ist ein zu hoher Cholesteringehalt im Blut. Dies ist in der Regel auf falsche Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel zurückzuführen. "Doch dagegen kann man ja etwas tun", unterstreicht Dr. Mönnich.
Bewegung mit Wirkung
... kräftigen das Herz-Kreislauf-System
Nämlich durch angemessene Bewegung. So wird der Herzmuskel gekräftigt, die "Elastizität" der Blutgefäße gestärkt, der Blutdruck sinkt. Das Immunsystem wird verbessert, die Lungenfunktion trainiert. "Es gibt genügend Gründe vorzubeugen", sagt Maria Windhövel, Vorsitzende des Ausschusses "Sport und Gesundheit" beim LandesSportBund Nordrhein-Westfalen. Doch nur 21 Prozent der Deutschen treiben regelmäßig Sport, der EU-Durchschnitt liegt bei 40 Prozent. Es ist also noch einiges zu tun, auch eine Aufgabe für die Vereine. Außerdem ist nicht jedes Sportangebot geeignet. Was den Gesunden fit hält, kann dem Erkrankten schaden. Daher unterscheidet der organisierte Sport bewusst zwischen Breiten- und Fitnesssport sowie gesundheitsorientiertem Sport.
Sportangebote mit Qualitätssiegel
"Die Angebote des gesundheitsorientierten Sports in unseren Vereinen sind gezielt konzipiert", meint Maria Windhövel, "auch nach einer Erkrankung ist man dort am besten aufgehoben, denn die Maßnahmen werden individuell auf den Einzelfall ausgerichtet."
Für diese Angebote verleiht der LandesSportBund die Qualitätssiegel "SPORT PRO GESUNDHEIT" oder "SPORT PRO REHA". Sie werden zum Beispiel an präventive Nordic Walking-Kurse oder an gesundheitsfördernde Bewegungsangebote im Wasser vergeben oder im Rehabilitationsbereich eben an Herzsportgruppen, wenn sie die Bedingungen erfüllen. Beim Aufbau von Herzsportgruppen war der LandesSportBund Nordrhein-Westfalen bundesweit Vorreiter. Ihre Zahl stieg seit 1997 von 1.159 auf über 1.500.
Mit den Siegeln ist sichergestellt, dass die Teilnehmer gezielt gefördert und optimal betreut werden. Bewegungsübungen oder Spiele sind genau auf die Belastungsgrenzen der Teilnehmer abgestimmt. Dafür haben die Übungsleiter/innen eine besondere Ausbildung. Das lohnt sich auch für sie. Sie erweitern ihr Spektrum um ein zukunftssicheres Tätigkeitsfeld und die Teilnehmer schätzen ihre Arbeit. Bei den Herzsportgruppen ist immer eine ärztliche Betreuung anwesend - und ein Defibrillator vorhanden, der bei Herzstillstand eingesetzt werden kann.
Steigerung der Lebensqualität
"Wir leisten aber auch einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität im Allgemeinen", unterstreicht Maria Windhövel, "die Teilnehmer können sich einbringen und in den Angeboten erleben sie eine persönlichen Stärkung hin zu einer gesundheitsbewussteren Lebensführung. Damit stärken sie ihre gesundheitlichen Schutzfaktoren"
Eindrücklich zeigt sich dies in der Praxis. Teilnehmer von Herzsportgruppen berichten, dass sich ihre Lebensfreude wieder gesteigert habe. "Ich habe mich schon als für immer behindert gesehen, jetzt kann ich wieder eine Kiste Sprudel in die Wohnung tragen", sind typische Erfahrungen. Viele ältere Menschen leben zudem alleine und finden in den Gruppen neuen sozialen Kontakt. "Der psychosoziale Aspekt gehört im gesundheitsorientierten Sport unbedingt dazu", betont Maria Windhövel. Schließlich sollte ein Herz auch von dieser Seite bewegt werden!
Stichwort Qualitätssiegel
Die Qualitätssiegel "SPORT PRO GESUNDHEIT" oder "SPORT PRO REHA" unterstreichen die Kompetenz eines Vereins
Bei der Einrichtung von gesundheitsorientierten Sport- und Bewegungsangeboten können sie Beratung und Unterstützung erhalten
Für Übungsleiter/innen ist eine Zusatzqualifikation in diesem Bereich sinnvoll, wenn sie ein breiteres Spektrum anbieten wollen. Termine finden Sie im Qualifizierungsportal von Bildungswerk und LandesSportBund
Für Vereinsmitarbeiter/innen, die sich im gesundheitsorientierten Sport engagieren wollen, bietet der LandesSportBund das KURZ UND GUT-Seminar "Gesundheitsorientierte Angebote im Sportverein". Termine unter www.vibss.de
Ansprechpartner:
LandesSportBund Nordrhein-Westfalen:
Dr. Michael Matlik
Tel: (0203) 7381-838
Fax: (0203) 7381-875
E-mail:
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Text: Michael Stephan
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